Sunday, December 25, 2005
Saturday, December 10, 2005
Die Weihnachtsgeschichte

Johannes
Als Herodes König in Jerusalem war, lebte ein Priester namens Zacharias mit seiner Frau Elisabeth in Israel.
Beide waren schon alt. Sie hatten sich viele Jahre lang Kinder gewünscht, aber keine bekommen.
Zacharias musste im Tempel in Jerusalem verschiedene Arbeiten verrichten. Was jeder Priester dort zu tun hatte, wurde durch das Los bestimmt. Eines Tages fiel Zacharias die Aufgabe zu, das Rauchopfer darzubringen. Mit einer silbernen Zange trug er eine glühende Holzkohle vom großen Brandopferaltar, der vor dem Tempel stand, ins Innere des Tempels. Dort legte er die glühende Kohle auf eine mit Weihrauch gefüllte Schale, die sich auf dem Rauchopferaltar befand.
Auf einmal sah Zacharias den Engel Gottes. Der Engel stand an der rechten Seite des Altars. Zacharias erschrak. Aber der Engel sprach:
,,Du brauchst keine Angst zu haben, Zacharias! Gott hat deine Gebete erhört. Elisabeth wird einen Sohn zur Welt bringen. Dem sollst du den Namen Johannes geben. Gott hat etwas Besonderes mit ihm vor. Er wird die Menschen auf Gottes Sohn vorbereiten, der bald auf die Welt kommt.”
Zacharias sagte zum Engel: ,,Wie soll ich das glauben? Meine Frau und ich sind alt. Wie sollen wir da noch ein Kind bekommen?” Da sprach der Engel:
,,Ich bin Gabriel. Ich bin einer der Engel Gottes. Gott selber hat mich zu dir geschickt, damit ich dir diese frohe Botschaft bringen soll. Dass sie wahr ist, wirst du sehen, wenn dein Sohn geboren wird. Aber weil du Gott nicht vertraust, wirst du stumm sein, bis das Kind auf die Welt gekommen ist.”
Während der Engel redete, warteten die Menschen vor dem Tempel auf Zacharias. Die Leute wunderten sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er endlich herauskam, konnte er nicht reden.
Er machte den Leuten mit den Händen Zeichen. Da merkten sie, dass etwas Ungewöhnliches mit ihm geschehen war.
Als Zacharias seinen Dienst im Tempel beendet hatte, ging er nach Hause. Bald darauf wurde Elisabeth schwanger, und als die Zeit um war, gebar sie einen Sohn. Alle Verwandten und Nachbarn freuten sich. Sie kamen zur Mutter und sagten: ,,Bestimmt bekommt der Knabe den gleichen Namen wie sein Vater: Zacharias!” Aber Elisabeth antwortete: ,,Nein! Das Kind heißt Johannes.”
,,Aber es gibt doch in deiner ganzen Verwandtschaft keinen Mann, der Johannes heißt!”erwiderten sie und wandten sich an Zacharias: ,,Sag du, wie dein Sohn heißen soll!”
Zacharias konnte immer noch nicht sprechen. Darum ließ er sich eine Tafel geben und schrieb darauf: ,,Das Kind heißt Johannes!” Im gleichen Augenblick konnte er wieder reden. Voller Freude dankte er Gott.
Die Verwandten und Nachbarn aber staunten. Sie spürten, dass Gott mit Johannes etwas Besonderes vorhatte.

Der Engel bei Maria
Noch bevor Johannes auf die Welt kam, sandte Gott den Engel Gabriel nach Nazareth zu einer jungen Frau. Sie hieß Maria und war mit einem Mann namens Josef verlobt. Josef war ein Nachkomme des Königs David.
Der Engel sprach zu Maria: ,,Sei gegrüßt, junge Frau! Gott ist mit dir! Er hat dich zu etwas Großem auserwählt!”
Maria erschrak. Sie dachte: Was hat das zu bedeuten? Aber der Engel sprach:
,,Hab keine Angst! Du wirst einen Sohn zur Welt bringen. Ihm sollst du den Namen Jesus geben. Er wird ein König werden; mächtiger als König David. Denn König Davids Herrschaft ist zu Ende gegangen. Aber Jesu Herrschaft wird nie zu Ende gehen.”
,,Wie soll das zugehen?”, fragte Maria den Engel. ,,Ich bin ja noch gar nicht verheiratet.”
Der Engel sprach: ,,Es wird geschehen durch die Kraft Gottes. Darum wird man das Kind Gottes Sohn nennen. Auch Elisabeth, deine Verwandte, bekommt einen Sohn. Niemand hielt das für möglich. Aber für Gott ist nichts unmöglich.”
,,Ich werde tun, was Gott will'”, antwortete Maria. Da verschwand der Engel.

Jesus wird geboren
Damals regierte in Rom Kaiser Augustus. Er befahl: ,,Alle Menschen müssen sich und ihren Besitz in Listen eintragen lassen.” Es war das erste Mal, dass eine solche Volkszählung in Israel geschah. Weil der Kaiser es befohlen hatte, brachen alle auf und zogen in ihre Heimatorte, um sich dort in die Listen einschreiben zu lassen.
Auch Josef und Maria gingen von Nazareth nach Bethlehem. Denn als Nachkomme des Königs David stammte Josef aus Bethlehem. Es war aber kurz vor der Zeit, da Maria ihr Kind bekommen sollte. Als sie in Bethlehem ankamen, brachte sie einen Sohn zur Welt, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe. Denn sie hatten in der Herberge keinen Platz mehr gefunden.
Draußen auf dem Feld hüteten in dieser Nacht Hirten ihre Herden. Da erschien ihnen ein Engel, und Gottes Licht umstrahlte die Hirten. Sie hatten große Angst. Aber der Engel sprach zu ihnen:
,,Habt keine Angst! Ich bringe euch eine gute Nachricht, über die ihr euch freuen werdet! Und mit euch wird sich ganz Israel freuen. Heute wurde in Bethlehem euer Retter geboren: Christus. Daran könnt ihr ihn erkennen: Er liegt in Windeln gewickelt in einer Krippe.”
Plötzlich war neben dem Engel eine große Schar anderer Engel. Sie lobten Gott und sprachen:
,,Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.”
Als die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: ,,Wir wollen nach Bethlehem gehen! Wir wollen uns mit eigenen Augen anschauen, was der Engel uns verkündet hat.”
Sie eilten nach Bethlehem und fanden dort Maria und Josef. Sie sahen das Kind in der Krippe. Da erzählten sie, was der Engel zu ihnen gesagt hatte. Und alle, die es hörten, staunten. Maria merkte sich alles, was die Hirten gesagt hatten, und behielt es in ihrem Herzen.
Die Hirten aber kehrten wieder zu ihren Herden zurück. Sie lobten Gott und dankten ihm für alles, was sie gesehen und gehört hatten.

Der Stern
Nachdem Jesus in Bethlehem geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem. Sie sagten: ,,Wir haben den Stern eines neugeborenen Königs aufgehen sehen. Wir sind gekommen, um ihm Geschenke zu bringen. Wo finden wir ihn?” Als König Herodes das hörte, bekam er Angst. Er dachte: ,,Ein neugeborener König? Hier in meinem Land? Er wird mir den Thron entreißen, wenn er groß ist!” Er ließ alle Gelehrten zu sich kommen und sagte: ,,Steht in den alten heiligen Büchern etwas über einen König, der in meinem Land geboren wird?”
Die Gelehrten antworteten: ,,Der Prophet Micha hat geschrieben:
Aus Bethlehem wird der König kommen, der mein Volk Israel schützt und führt.”
Herodes ließ die Sterndeuter heimlich zu sich holen. Er wollte ganz genau wissen, wann der Stern am Himmel erschienen sei. Dann sagte er zu ihnen: ,,Das Kind muss in Bethlehem auf die Welt gekommen sein. Sucht es! Und wenn ihr es gefunden habt, dann sagt es mir. Auch ich möchte ihm Geschenke machen.”
Die Männer brachen auf, und der Stern des neugeborenen Königs ging vor ihnen her. Erst über dem Haus, wo das Kind war, stand er still. Da gingen sie hinein und fanden das Kind mit seiner Mutter Maria. Sie warfen sich vor ihm auf den Boden und beteten es an. Dann breiteten sie ihre Geschenke vor ihm aus: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Aber in derselben Nacht hörten sie in einem Traum Gottes Stimme. Gott sprach: ,,Geht nicht zu Herodes zurück!” Da reisten sie auf einem anderen Weg in ihre Heimat.
Zur gleichen Zeit hatte auch Josef einen Traum. Der Engel Gottes sprach zu ihm: ,,Herodes sucht das Kind und will es töten. Darum musst du fliehen. Geh nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage.”
Josef stand sogleich auf und floh mit Maria und dem Kind noch in der gleichen Nacht nach Ägypten. Dort blieb er, bis Herodes gestorben war. Dann kehrte er mit seiner Familie nach Nazareth zurück.
Aus: Werner Laubi; Annegert Fuchshuber, Kinder Bibel, Lahr 5. Aufl. 1995, 184-191.
























